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Re-feed and nurture oder: Was dein Körper wirklich braucht, wenn du erschöpft bist

„Re-feed and nurture“ – das waren neulich die ersten Worte in meinem Kopf, direkt beim Aufwachen. Ich werde gerade auf Englisch gecoacht, vermutlich liegt’s daran. Übersetzt klingt’s übrigens nicht annähernd so schön – „nachfüttern und pflegen“ hat einfach nicht denselben Klang. Aber ganz gleich, wie wir es drehen und wenden: genau das war es, wonach mein Körper an diesem Morgen geschrien hat.

Und ich zeig dir mal, wie diese Schreie tatsächlich formuliert waren. Weil Körpersprache zwar eindeutig ist – für den untrainierten präfrontalen Kortex aber trotzdem oft kaum zu entziffern.

Kopfschmerzen. Nacken und Trapezmuskel so verspannt, dass ich den Kopf kaum drehen konnte. Hunger, rund um die Uhr, ich bin am gedeckten Tisch verhungert. Jedes Gelenk hat wehgetan. Durst auf alles Zuckrige. Der Fokus weg, die Konzentration im Eimer. Und im Kopf nur Gemecker, nur Bedingungen, nur der Glaubenssatz, ich müsste mich einfach mehr anstrengen und mich nicht so anstellen. Müde und getrieben gleichzeitig – diese Kombination kennst du vielleicht auch.

All das sagt nichts anderes als: mir fehlt was, ich brauche was, sorge für mich. Mein Nervensystem hat mir an diesem Morgen ziemlich unmissverständlich erklärt, dass das Wochenende und die vielen Schritte mich in ein Kohlenhydrat-Defizit gebracht haben, das erst aufgefüllt werden muss. All die Eindrücke, so schön sie waren, waren teuer. Sie haben Energie gekostet, und die will erstmal zurück, bevor irgendetwas Neues freigeschaltet wird.

Genau hier passiert der Fehler, den fast alle machen, die viel im Kopf leben: wir bleiben oben. Wir grübeln über die Erschöpfung, statt sie zu beantworten. Wir analysieren, warum wir müde sind, statt zu re-feeden und zu re-nurturen. Und rutschen damit noch tiefer ins Defizit, weil Denken über einen leeren Tank den Tank nicht füllt.

Die Sprache, die ich zuhause nie gelernt habe

So zu denken hab ich zuhause nicht gelernt. Als Kind wurde mir das nicht vorgelebt – ich hab „Kranksein“ kennengelernt. Heißt: wenn die Überforderung längst passiert ist, wenn die Verletzung schon da ist, weil dir die Energie für Bewegung, Schritt, Konzentration fehlt, wenn du den Kopf schon unterm Arm trägst – dann, und wirklich erst dann, darfst du Pause machen. Mal ausschlafen. Mal ne Serie schauen. Müdigkeit war kein Grund für einen Pausetag in der Schule, und langes Ausschlafen wurde mit dem Staubsauger vor der Zimmertür beendet. Tage ohne Termine im Kalender kenne ich erst, seit ich Kinder habe – Kinder, die aufregende Tage mit Schreien quittieren und mir beigebracht haben, dass sie Ausgleich brauchen. Und, ja: durch meine eigene Erschöpfung.

Erst die Erschöpfung hat mich gelehrt, dass ich Funktionieren nur aus dem Sympathikus kannte. Nur aus Stress, nur aus Überlebensmodus, nur aus Fight oder Flight. Die Symptome, die mein Körper mir heute zeigt, wären früher eine Ibu und ein starker Kaffee wert gewesen – und dann: nicht kleckern, klotzen. Weitermachen. Es hat Jahre gedauert, bis ich die Sprache meines Körpers wirklich verstehen konnte, denn in den für den präfrontalen Kortex prägenden Jahren hatte ich durchhalten gelernt, nicht so anstellen, zusammenreißen. Stark sein. Deshalb redet mein Kopf bis heute manchmal noch auf diese Weise mit mir. Diese Sprache ist gelernt, geübt, und sie hat mich mal geschützt – bis sie irgendwann nicht mehr funktionierte und die Erschöpfung mich in die Knie zwang.

Mehr Kohlenhydrate, mehr Elektrolyte, mehr Schlaf

Was heute anders ist: nicht, dass ich schlauer geworden bin – Intelligenz sitzt woanders im Hirn. Ich bin achtsamer geworden. Ich hab eine weitere Sprache gelernt, die mir lange fremd war und die heute zu meiner eigentlichen Geburtssprache geworden ist. Frei gebüffelt, wie einen geheimen Code, der eigentlich gar nicht geheim ist, nur so behandelt wurde.

Diese Sprache steht uns allen zur Verfügung. Und übersetzt heißt sie in solchen Momenten fast immer dasselbe: mehr Kohlenhydrate, mehr Elektrolyte, mehr Schlaf. Kein Leistungsanspruch dabei. Kein „aber ich hab doch noch drei Dinge auf der Liste“. Nach echten Anstrengungsphasen – volle Wochenenden, viele Reize, viele Übergänge – braucht dein System spürbar mehr Energie für die ganz normalen Aufgaben des Alltags. Nicht, weil du schwach bist. Weil das Nervensystem erst verarbeiten muss, was es gerade getragen hat, bevor es dich wieder konzentriert arbeiten lassen kann. Die schmerzenden Gelenke wollen Wärme, Tigerbalsam, Ruhe. Liegen. Pause. Und dein Kohlenhydratspeicher will aufgefüllt werden, bevor du ihm zumutest, wieder Vollgas zu geben.

Re-feed and nurture lernst du nicht allein

Erschöpfung lässt sich überwinden. Vor allem, wenn du erkennst, dass sie ihre eigene Sprache spricht – und dass du sie lernen kannst, statt dich für immer weiter anzutreiben und zu beschämen. Wenn ich das kann, kannst du das auch. Re-feed and nurture ist lernbar.

Das Blöde daran: diese Sprache lernt man nicht an einem Morgen mit Kopfschmerzen. Ich hab Jahre gebraucht, um „Ich sollte mich mehr anstrengen“ von „Mein Kohlenhydratspeicher ist leer“ zu unterscheiden – und ganz ehrlich, ohne Anleitung wäre ich vermutlich immer noch bei Ibu und starkem Kaffee gelandet. Weil das eben die Sprache ist, in der wir groß geworden sind. Erschöpfung, Glaubenssätze, Nervensystem – das sind keine Themen, die sich von allein sortieren, nur weil du jetzt weißt, dass es sie gibt. Sie wollen verstanden, geübt, immer wieder angewendet werden. Genau dafür brauchst du kein neues Wochenende voller Input, das dich noch tiefer ins Defizit schickt. Du brauchst was, das dir Struktur gibt, ohne dass noch ein Termin im Kalender steht, den du dir schlecht einteilen musst.

Genau diese Sprache vermittle ich in Erschöpfung überwinden – im eigenen Tempo, wann immer du bereit bist. Sechs Module zu Stress, Stressmustern, deinem Nervensystem und den Glaubenssätzen dahinter, dazu vertiefende MEinklang®-Sessions on demand. Keine Warteliste, keine feste Startzeit, keine Gruppe, die auf dich wartet.

Nur du, dein Tempo und eine Sprache, die dein Körper längst spricht – du musst sie nur endlich verstehen lernen.